Sokrates der Bergsteiger

  Startseite   die Lebensgeschichte von Sokrates

Sokrates war sehr gern und auch oft in den Bergen wandern. Er hatte hier einen anderen
Gesichtsausdruck als sonst – frei und glücklich und neugierig.

Es machte ihm Freude, überall mit Herrchen mitzugehen, auch wenn es steiler wurde oder
Felsen den Weg versperrten. Er gab sich Mühe, die Hindernisse zu überwinden und freute
sich mit Schwanzwedeln, wenn er es geschafft hatte. Aber immer ging es nicht ohne meine
Hilfe. Von 2 solchen Abenteuern möchte ich erzählen.

Kampenwand im Chiemgau
Wir fuhren zunächst mit der Gondelbahn hoch bis zu einer Alm. Von dort ging der Weg hoch
über Wiesen zu den Felsen der Kampenwand. Noch war alles kein Problem. Auch durch die
meisten Felspassagen war es kein großes Problem. Sokrates sprang hoch. Aber ein Fels war
zu hoch, 1,60 m. Da kam er nicht drüber. Ich hob ihn hoch und schob ihn bis er oben war.
Kurz unterhalb des Gipfelkreuzes machten wir aber Schluss. Die Bergwanderer staunten nicht
schlecht, als sie Sokrates so weit oben trafen. Sie selbst hatten große Mühe und der Hund
hatte es geschafft!



Alvier 2.343 m, Buchser Berge, Kanton St. Gallen CH
Die Buchser Berge waren vom Garten meiner Schwester immer zu sehen. Aber noch nie war
ich dort wandern. Ich war schon mehrmals am Fuße oben auf den Almen. Man konnte mit
dem Auto hochfahren bis auf ca. 1.600 m. Und immer wieder sah ich nach oben zum Alvier.
Eine steile Flanke führte hinauf. Die Leute erzählten, oben käme eine Leiter, da könne man
mit dem Hund nicht gehen. Also ließ ich es sein. Aber bei jedem mal wurde der Wunsch größer,
dort hinauf zu gehen. Wenn es sein soll, eben nur bis zu der Leiter.

An einem Tag, es war der 22.09.2006, brach ich mit Sokrates um 5 Uhr 30 in Feldkirch auf. Eine
Stunde später waren wir auf der Alm. Die Sonne ging gerade hinter den Bergen auf. Diese
Atmosphäre war wunderschön. Sokrates sprang los, lief kreuz und quer über die Wiesen. Dann
ging es in die steile Flanke, loser Schotter überall. Sokrates war immer vor mir und drehte sich
nach mir um. Weiter oben nahm ich ihn an die Leine. Er trug sein Berggeschirr, notfalls könnte
ich ihn hochhalten ohne ihn zu würgen.



Nach 3 Stunden Aufstieg kamen wir an die Leiter: 15 m hoch aus dicken Balken gebaut in einer
Felsrinne, die sonst nicht zu überwinden wäre. Was tun? Sokrates war unruhig, neugierig, was
würde Herrchen jetzt machen? Ich überlegte 10 Minuten, ob es eine Möglichkeit gibt, den Hund
dort hinauf zu bringen. Und es ging. Ich stellte ihn vor mich hin, die Pfoten auf die Sprossen. Ich
stellte mich dicht dahinter und hielt mich mit einer Hand an der Leiter fest. Mit der anderen setzte
ich jeweils eine Pfote auf die nächste Sprosse. So kamen wir gut voran, langsam, aber sicher.
Sokrates war sehr folgsam, wusste, dass es hier heikel war. Er verließ sich ganz auf Herrchen.
Und dann war es geschafft.



Als wir aus der Rinne austraten überraschte uns ein großartiger Ausblick. Nach ausgiebiger Rast
und Picknick, auch der Hund bekam sein Futter, ging es über Wiesen weiter bis zum Gipfel. Dort
stand eine kleine bewirtschaftete Hütte. Die Gäste staunten nicht schlecht, als ich mit Sokrates
den Weg hochkam. Sie werden sich gewundert haben, wie der Hund die Leiter hoch gekommen ist.

Aber zurück ging es nicht über die Leiter. Wir mussten einen riesigen Umweg machen, bis wir
wieder an unserem Auto ankamen. Aber wir waren beide auf dem Alvier...


Alvier_2006_1.jpg
Alvier_2006_1.jpg
Alvier_2006_2.jpg
Alvier_2006_2.jpg
Alvier_2006_3.JPG
Alvier_2006_3.JPG
Alvier_2006_4.JPG
Alvier_2006_4.JPG
Alvier_2006_5.JPG
Alvier_2006_5.JPG
Alvier_2006_6.JPG
Alvier_2006_6.JPG
Alvier_2006_7.jpg
Alvier_2006_7.jpg
Kampenand_2005_1.JPG
Kampenand_2005_1.JPG
Kampenand_2005_2.JPG
Kampenand_2005_2.JPG
Kampenand_2005_3.JPG
Kampenand_2005_3.JPG
Kampenand_2005_4.JPG
Kampenand_2005_4.JPG