Sokrates sucht Tennisbälle

  Startseite   die Lebensgeschichte von Sokrates

Neben unserer Unterkunft in Feldkirch war ein Tennisplatz. Jeden Morgen führte unser Weg dort
vorbei. Anfangs fand er nur zufällig einen Tennisball, der über den Zaun geflogen war. Er nahm ihn
mit, gab ihn nicht mehr her, bis wir zu Hause waren, dann interessierte er sich weniger dafür.
Aber je mehr er zufällig fand, je mehr nahm er den Geruch der Bälle auf und schließlich fing er an,
die Bälle zu suchen. Er ging erst weiter, wenn er wieder einen gefunden hatte. Dazu suchte er die
ganze Umzäunungshecke ab, kletterte hinein, um einen Ball zu erwischen. Ich hatte 2 große Körbe
voll Tennisbälle im Haus.



Die Leidenschaft beschränkte sich im Laufe der Zeit auf das Suchen. Nach wenigen Metern ließ er
dann die Bälle liegen – sehr zur Freude der anderen Hunde, die keine Bälle suchten oder fanden.

Im Sommer, wenn das Gras hoch stand, bemerkte ich am Wedeln des Schwanzes, dass irgendwo
in der Nähe ein Tennisball liegen musste – im hohen Gras. Er lief in die Wiese kreuz und quer und
fand immer den Ball.

Zuhause erfand er dann ein neues Spiel. Er zog den Bällen das Fell ab, bis sie wie ein Tischtennisball
aussahen oder kaputt gebissen waren. Mit beiden Pfoten hielt er den Ball fest und rupfte mit den
Zähnen das Fell ab. Die Fetzen lagen dann auf dem Teppich...


Sokrates_2003_21.jpg
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